NF-Kapitel 1-4: Woher habe ich meine Nordsee-Affinität?

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#14 von 190001
NF-Kapitel 1: Woher habe ich meine Nordsee-Affinität?

ACHTUNG:

Folgende Zeilen sind aus meinem PRIVATEN Nordsee-Forum herauskopiert. Es ist also meine PRIVATE Meinung von vor 3 Jahren!!!

Teilweise haben sich auch die Dinge im Text verändert. So steht das Old-Morsum heute nicht mehr zur Debatte. Aber den Jebeweg und den Elisabeth-Sophien-Koog, den gibt es heute noch!



Originalbeitrag vom Samstag, 18 April 2015, 20:09 Uhr
NF-Kapitel 1: Woher habe ich meine Nordsee-Affinität?

Man könnte diese Frage mit fast nur einem Satz beantworten:

Moin,



Yo. Genauso ist das und darauf bin ich stolz.

Stolz deshalb, weil Vater das Ding mit uns durchgezogen hat. Er hätte uns auch in ein Kinderheim abgeben können. Tat er nicht.

Man könnte dies aber auch etwas ausführlicher machen:
Der Spruch
"Jeder muss wissen, wo sein Platz ist."

fiel mir vor einigen Jahren irgendwo vor die Füße und symbolisiert für mich mein Leben.
Nein, anders ausgedrückt, mein Lebensziel.
Noch anders ausgedrückt, meinen Lebenssinn.

Ja, ich kann ganz genau sagen, wo mein Platz ist:


In Nordfriesland an der Westküste
kurz gesagt auf Nordstrand
und zwar - hoffentlich -
irgendwann einmal im Old Morsum.

Nun gut. Ich weiß ja jetzt vorweg schon, wer diese Zeilen einmal lesen wird. Das könnte Kathrin, Ralf (Peter glaube ich weniger), Dieter und Helge sein. Trotzdem schreibe ich hier noch einmal, woher ich diese Nordsee-Affinität habe.

Nachdem sich Vatern von Inge scheiden ließ, erzog er uns über viele Jahre alleine. Er brachte Ralf und Peter in der Kindergarten, mich anschließend in den Hort und fuhr auf Arbeit. Anschließend holte er uns drei wieder ab, kochte Essen und schmiss den Haushalt und wusch und bügelte Wäsche bis spät in die Nacht. Um 5 Uhr war dann die Nacht wieder vorbei. So kenne ich meinen Vater.

Für Frauen ist das schon viel, aber wenn man (Vatern) dazu auch noch körperlich schwer arbeiten musste (Gasleitungs-Tiefbauarbeiten und an Haus-Anschlüssen in Kellern), dann ist man über jede Entlastung froh. So macht es Sinn, wenn er uns drei Brüder 3 - 4 x im Jahr in die Westküste schicken konnte.

Und so kam es, dass er uns über das Diakonische Werk regelmäßig verschickte. Und mich regelmäßig an die Nordsee. Ich war auf Föhr, ich war auf SPO und ich war auf Sylt und wir waren auch in Ostfriesland. Mehrmals und regelmäßig.

Meist wurden wir getrennt verschickt, also ich alleine und Ralf und Peter zusammen. Ich kann mich kaum noch daran erinnern, dass ich mit den beiden zusammen verschickt war. Sicher, wir waren auch in Bayern oder in den den Bergen, aber an der Küste war ich oft.

Wenn man sich seit der frühesten Jugend dort sehr wohl und aufgehoben fühlt, später als 10-13jähriger langsam in die Pubertät kommt und sich dann noch coole Erlebnisse diesbezüglich an der Nordseeküste abspielen (Dünen sind cool)...

...dann prägt das für´s Leben!

...dann geht vielleicht der Körper irgendwann einmal woanders hin, das Herz bleibt aber für immer hier!

Wenn man einen Großteil seiner Jugend hier verbracht hat, und alle Erinnerungen aus der Jugend sich nur um diese Orte drehen, dann liebt man diese Orte für immer.


Und so ist es geblieben. Es gibt leider nur ganz wenige Leute, die dies nachvollziehen können.

Ich versuchte in den Folgejahren immer wieder so viel Zeit wie möglich an der Westküste zu verbringen und ich habe jede einzelne Sekunde davon genossen. Als ich dann anfing, es mir leisten zu können (zu BVG-Zeiten) verbrachte ich auch die meisten Urlaube dort.

Sicher, ich war auch in Spanien, in Griechenland, in Ösiland und der Schweiz. Aber nichts ist mit der Nordseeküste vergleichbar. Auch nicht die Ostsee. Lübeck, Eckernförde, Fehmarn und Kiel sind auch Ostsee. Aber da fehlt mir etwas. Die Ostsee ist nur ganz bedingt mit der Nordsee vergleichbar.


Zurück zur Ostsee. Da fehlt mir das "Herbe". Sturm, Wind, die Luft, die Nadelstiche wenn einem der Wind ins Gesicht fegt. Ach, man kann es nicht in Worten fassen. Doch, die Nordsee ist um einiges ungemütlicher als die Ostsee und die Leute sind es auch. Und das mag ich.

Ich will im Sommer nicht in Badehose am Strand sitzen und Sandburgen bauen. Ich will im Winter die kalte Luft einatmen, will die Eisschollen sehen, wie sie sich an der Küste stapeln. Ich will bei Regen am Deich entlang laufen und die Küste genießen. Ich will auf dem Deich sitzen und den Wind genießen. Ich will bei Claudia im Bistro, bei Claude auf der Nordertor oder einfach nur auf Strucklahnungshörn am Hafen sitzen und Touris begutachten.

Und ich will am liebsten garnichts sagen und Pokerface aufsetzen. Weil ich so bin und so sein möchte. Deshalb mag ich die Nordfriesen auch so. Ich mag ihre angebliche Wortkargheit, ihren dunklen Humor, ihre Stille und Zurückgezogenheit.

Ein Beispiel, was ich selbst erlebt habe:

Auf der Überfahrt nach Pellworm. Ich gehe nach unten in die Kantine, stelle mich an den Thresen. "Moin." "Moin." "Einen Pott." Er greift nach hinten, stellt mir nen leeren Kaffee-Pott hin und dreht sich um, um sein Zeug weiter zu machen. Jeder Touri wäre beleidigt oder zumindest verunsichert...
...ich griff in die Hosentasche, lege ihm mein 2 Euro-Stück auf den Thresen. Nehme den Pott "Yo.", gehe und setzte mich auf meinen Platz. Ein paar Sekunden später guckt er um die Ecke, grinst und bringt mir einen frischen Pott Kaffee. So mutt dat. Das ist witzig und supercool!

Oder die Werbung im NDR "Das beste am Norden" mit Bjarne Mädel. Er steht an der Weide, hat sich den hinter ihm weideneden Schafen zugewandt, beobachtet sie, dreht sich zur Kamera um. "Das Beste am Norden sind unsere Schweine." Extratrocken und cool. Ich könnte mich wegschmeissen!

Oder "...haben sie mal ne Uhr?" "Yo." Und den Fragenden stehen lassen. Cool. So mutt dat.

In Berlin lächeln sie Dir ins Gesicht und stechen Dir von hinten ein Messer zwischen die Rippen. In der U-Bahn sitzen sich die Leute gegenüber, aber schauen sich auf die Fußspitzen (neuzeitlich halt aufs Smartphone), anstatt sich ins Gesicht. In der Steglitzer Schloßstraße konnte man nur noch im Slalom laufen, weil die Berliner mit steinernen Schultern auf´s Rempeln geprägt sind. Die Berliner sind frech, arrogant und falsch. Und die junge Generation quatscht kanakisch. Furchtbares Volk die Berliner, Multikulti und dessen schreckliche Folgen.

Egal ob Berlin oder Sachsen: Wenn man auf die Fresse fällt, hilft Dir keiner. Aber die treten noch nach, quatschen hinter Deinem Rücken und lachen darüber. Das wird Dir in Nordfriesland nicht so schnell passieren.

In Nordfriesland macht jeder sein Ding.
Und genau das ist es, was ich mag!

Hier hat jeder seine Chance, etwas auf die Beine zu stellen und niemand (naja, kaum jemand) wird dir Steine in den Weg legen. Wenn Du auf die Fresse fällst, hilft Dir hier auch keiner, aber es tritt niemand nach. Du hast immer neue Chancen von selbst wieder auf die Beine zu kommen und etwas Neues zu starten.

Das liegt einfach an den Nordfriesen, die von Urzeiten her schon immer selbst mit ihrem Leben klar kommen mussten. Leute, nicht nur mussten, sondern WOLLTEN. Der Spruch "Lever dood as Slaav (Lieber tot als Sklave)", symolisiert diese Einstellung.

Ach, ich könnte hier noch stundenlang schreiben, warum meine Seele an der nordfriesischen Nordseeküste zuhause ist. Diesen Text werde ich sicherlich noch ein anderes mal fortsetzen, im Moment ist die Luft raus.
Aber mal ehrlich, ich muss (und will) ja auch niemanden überzeugen ein NF-Fan zu werden. Wer dieses Gen nicht in sich hat, wird es auch nie...

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- #15 von 190001
NF-Kapitel 2: Warum ist mein Platz auf Nordstrand?

Originalbeitrag vom Montag, 20 April 2015, 17:31 Uhr

Moin.

Um überhaupt zu wissen, worum es geht und warum ich wie ticke, wäre es wirklich sinnvoll sich vorher das Thema "NF-Kapitel 1: Woher habe ich meine Nordsee-Affinität?" durchzulesen. Dieser Text macht sonst für einen Quereinsteiger nur wenig Sinn.

Nordstrand hat mich gefunden

Seit 1986 mache ich - mehr oder weniger regelmäßig - in Nordfriesland Urlaub. Seit 1991 fast ausschließlich auf Nordstrand. Und seit 2000 nur noch auf Nordstrand, bis auf einen "Ausrutscher" nach Friedrichskoog. Dort hat es mir aber überhaupt nicht gefallen, ist mir zu weit von der eigentlichen Küste entfernt und viel zu Büsum-Lastig.

Ich muss gestehen, dass ich kein Freund von Büsum, SPO und Sylt bin. Die Menschen dort denken, die sind der Nabel der Welt und das mag ich nicht. Und die "Urlauber" dort sind oft nur Schickimicki, Hipster und Snobs. Ich mag auch keine Neureichen oder Hamburger, die denken, dass sie sich alles kaufen können. Aber egal, gehört hier derzeit nicht hin.

Symbolhaft für meine Einstellung ist dieser geniale Aufkleber:


Dass ich dies auch zeige, beweise ich natürlich gerne:


Man staune... Ein Westberliner, der (derzeit noch) in Sachsen lebt und mit nordfriesischen Kennzeichen herumfährt... Eine andere Story, aber sie symbolisiert wie nichts anderes meine Lebenseinstellung.

Tja, warum ist Nordstrand mein Ziel ist und nicht Husum oder Pellworm?

Diese "Überschrift" erklärt es eigentlich schon von selbst. Husum (die 17 Fahrminuten und 15 km entfernte nächste größere Stadt) ist mir zu groß und es sind mir viel zu viel Leute dort. Es IST aber gut, dass Husum doch so nahe ist. Husum ist in meinen Augen auch eine sehr schöne Stadt, besonders den Hafen mag ich sehr. Aber leben möchte ich dort nicht. Wie gesagt, es ist eine schöne, aber auch eine recht große Stadt. Ich mag die Einsamkeit.

Die Fahrt über den Straßendamm und durch Schobüll nach Husum empfinde ich nicht als unangenehm, sondern als "normal" und nicht störend. Das bin ich (gerne) gewöhnt, denn es erinnert mich (ebenfalls gerne) an meine regelmäßigen und ebenso notwendigen Fahrten von Wannsee nach Zehlendorf oder später als Zehlendorfer von der Sundgauer Str. nach Steglitz. Nö, stört mich nicht im geringsten. Ist halt das Leben.

In Husum hat man unzählige Möglichkeiten sein Leben zu sichern, denn hier gibt es Einkaufcentren und Discounter wie Lidl, Aldi usw, ein Krankenhaus, Ärzte und alle Ämter die man braucht. Selbst das Landratsamt ist hier beheimatet. Kino, Rastaurants, Bummeln und viel Kurzweil gibt es in Husum. Auch der Bahnhof ist vorzüglich angebunden. Und man findet am Hafen und am Bahnhof eigentlich immer Parkplätze. Nö, in Husum fehlt es an nichts, aber leben möchte ich lieber in der Einöde. Deshalb Nordstrand. Was Storm schrieb "Die graue Stadt am Meer", kann ich nicht nachvollziehen, dann Husum ist alles andere als Grau. Aber ich denke, in "grauer" Vorzeit war Husum vielleicht einmal anders, mag ja sein.

Pellworm ist genauso cool wie Nordstrand, von allem her. Mehr noch, Pellworm hat sogar einen eigenen Leutturm und zwar einen echt coolen. Aber Pellworm hat einen entscheidenen Nachteil: Es ist heute noch eine echte Insel und nur per Fähre zu erreichen. Ich würde gerne auf Pellworm leben, denn sind die Touris mit der 19:10-Uhr-Fähre weg, hat man dort seine Ruhe. Aber ich denke, als alter Mensch bin ich auf Nordstrand besser aufgehoben. Wenn ich noch jung wäre und ich könnte es mir aussuchen, dann würde ich Pellworm wählen.

Auf Nordstrand setze ich mich als Rentner in mein Auto oder auf´s e-Mobil und ich fahre 20 Min. nach Husum und bin nicht auf die Tide angewiesen. Wenn es mir dreckig geht, hole ich per Telefon den Rettungsdienst und der gurkt mich nach Husum in die Klinik. Mach das mal auf Pellworm, da muss man bis zur Fähre am nächsten morgen warten oder holt - wenn es besonders kritisch ist - einen RTH.

Neee, wohnen täte ich lieber auf Pellworm, aber Nordstrand ist mindestens genauso cool. Sind ja schließlich Geschwister. Echt!

Um 1200 waren Pellworm und die Insel Nordstrand eine einzige große Insel, welche die heutige Husumer Bucht fast vollständig ausfüllte, der Hauptort war das legendäre Rungholt.

Im Jahr 1362 riss die Zweite Marcellusflut oder „Erste Mandränke“, diese Insel auseinander und führte auf der einen Seite zur Gestaltung der hufeisenförmigen Insel Strand, deren Abstand zum Festland durch die Vertiefung des Heverstroms immer größer wurde auf. Auf der anderen Seite entstand die Insel Pellworm.

Nach einer weiteren Sturmflut im Jahr 1634, auch Burchardiflut genannt, wurde die Insel Strand schließlich noch einmal auseinder gerissen und es entstanden die Hallig Nordstrandischmoor und die Insel Nordstrand.

1906/07 wurde Nordstrand erstmals durch einen rund 2,6 Kilometer langen niedrigen Damm mit dem Festland verbunden. Dieser Damm diente ausschließlich dem Küstenschutz. Fußgänger konnten ihn allerdings bei Niedrigwasser überqueren. 1933/35 erfolgte der hochwasserfreie Ausbau des Nordstrander Dammes. Eine rund 4,3 Kilometer lange Straße (einschließlich der Auffahrtrampen) verbindet seitdem Nordstrand mit dem Festland.

Auf Pellworm kann man sich nicht einfach ins Auto setzen und bei Claude nen Kaffee trinken fahren... Das ist es, was den Unterschied ausmacht.

Ansonsten ist die Infrastruktur auf beiden Inseln gleich. Es gibt hier und dort die Einkaufsläden, es gibt Restaurants, es gibt Kaffee´s und Bistros, es gibt ruhige Bereiche und Touri-Area´s und es gibt jeweils Häfen (wobei Pellworm sogar zwei hat, den alten und den Tiefwasserhafen um tiedeunabhängig zu sein). Nordstrand hat zwar auch zwei Häfen, aber Süderhafen ist mehr ein Sportboothafen, wobei Struklahnungshörn ein richtiger Seehafen mit allem drum und dran ist.

Nein, es ist kein Hochseehafen. Aber immerhin liegen hier einige Schifferboote, Krabbenkutter, der Seenotkreuzer Eiswette und die Passagierschiffe Adler-Express und die Adler V. Übrigens ist diese Reederei, die Insel- und Halligreederei Adler, ein Pellwormer Unternehmen, welches 1950 gegründet wurde und immer weiter wuchs. Adlerschiffe sind heute auf der gesamten Nordseeküste und auf großen Teilen der Ostsee unterwegs.

Naja und nicht vergessen sollte man natürlich die Autofähre Pellworm 1, welche den Linienverkehr zwischen Pellworm und Nordstrand aufrecht hält und die der "Neuen Pellwormer Dampfschiffahrts GmbH" seit 1872 gehört. Das Passagierschiff "Nordstrand" der gleichen Reederei bietet Linienfahrten über nach Amrum und Sylt an. Eine Personenfahrt nach Pellworm kostet als Fußgänger übrigens 11 €, eine Hin- und Rückfahrkarte kostet 21 €. Ich denke, es wird auch Staffelpreise für Insulaner geben, aber dafür habe ich mich bisher nicht sonderlich interessiert. Auf Pellworm wartet am Anlieger ein kostenloser Omnibus, der die ankommenden Fahrgäste kostenlos über die Insel verteilt und der auch zur NPDG gehört. Sicher, auf der Pellworm 1 kann man auch sein Auto übersetzen lassen, aber das nutzte ich bisher noch nie. Die kleine Seereise von und nach Pellworm dauert rund 35 – 40 Minuten, je nach Wind, Wetter und Wasserstand. Anfangs fuhr ich auf dem Freideck mit und schaute auf´s Meer, aber inzwischen sitze ich lieber in der Kantine im Unterdeck und schlürfe in Ruhe meinen Pott. Nur wenn nicht so viele Touris an Bord sind, wage ich mich mal nach oben... Ruhe ist mir wichtiger.

Wie bereits vorab geschrieben, gehören Pellworm und Nordstrand schon immer irgendwie zusammen.
Letzte Änderung: von Michael Röder. Begründung: Kleinere Änderungen im Text

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#16 von 190001
NF-Kapitel 3: Wie ist Nordstrand? Geografisch.

Originalbeitrag vom Freitag, 01 Mai 2015, 13:10 Uhr

Teil 1:


So sah die Insel um 1650 aus.

Von der ursprünglichen Insel, welche ursprünglich fast die gesamte Husumer Bucht ausfüllte, ist nicht viel übrig geblieben, nachdem sie im Jahr 1362 durch eine Sturmflut in weiten Teilen zerstört wurde. Durch diese "Erste Mandränke" oder auch "Marcellusflut" versank auch der legendäre Hauptort "Rungholt" in den Fluten.

Im Jahr 1634 zerrte eine weitere Sturmflut erneut an der Insel und letztendlich blieben nur noch die heutigen Inseln Nordstrand, die Insel Pellworm und die Hallig Nordstrandischmoor übrig. Vor dieser Flut hatte die Insel Strand eine Fläche von rd. 22.000 ha und 1995 war der eingedeichte Bereich der Insel nur noch 9.000 ha groß.


Hier seht Ihr die Insel noch ohne Straßendamm um 1858.

1906/07 verband man die Insel Nordtrand und das Festland erstmals durch einen rund 2,6 km langen Damm. Er wurde aus Küstenschutzgründen errichtet, konnte aber bei Niedrigwasser auch von Fußgängern genutzt werden. Der Ausbau des heutigen Straßendammes begann 1933/35.


Tour nach Schleswig-Holstein

Eine Übersicht, wie ich am liebsten Nordstrand anfahre. Ich könnte z.B. über Göttingen zur A7 oder über die A14 zur A2 und dann auf die A7. Aber gerade die A7 ist Dauerbau- und Dauerstau-Stelle und vermiest einem die Fahrt in den Urlaub vollkommen, egal wann man fährt. Der einzige Vorteil in meinen Augen ist, dass man HH durch den Elbtunnel unterfährt und nicht durch die ganze Stadt gurken muss. Ich als oller Westberliner mochte jedoch die alte B5 ab Heiligensee, wo man recht entspannt Richtung HH gurken konnte. Und genauso mache ich es seit zwei Jahren auch, denn es ist am Entspanntesten. Der Nachteil, man muss einmal quer durch HH und das ist eine sehr staubelastete Fahrt durch die Stadt. Hat man aber erst einmal die A23 hinter Hamburg erreicht, beginnt - zumindest bei mir der Urlaubsmodus. Nun ja, sagen wir mal, bis man hinter Pinneberg ist. Das Kennzeichen PI ist in etwa gleichzusetzen wie bei Berlin das Kennzeichen PM, HVL, TF oder bei Leipzig das Kennzeichen MTL, HAL oder die Landkreis-Leipziger. Nun ja, das ist aber dann auch in Höhe Itzehoe spätestens vorbei.

Klar, man kann auch über die A7 nach Husum fahren, aber ist das Urlanb? Autobahn. Nee, Leute, ich habe diesen Entschluss einmal gefasst und es war ein blöder Entschluss. Ich wähle die schönere Strecke, die Ihr auf der Karte sehen könnt:


Strecke von HH bis kurz vor SPO, oder auch Sant-Peter-Ording. Dass ich SPO nicht leiden mag, schrieb ich schon. Nicht gelesen? Dann lest meine Einführung in dieses Thema.


Strecke von SPO bis Husum.

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#17 von 190001
NF-Kapitel 4: Wie ist Nordstrand? Meine Lieblingsinsel.

Originalbeitrag vom Donnerstag, 14 Mai 2015, 20:36 Uhr

Ich möchte Euch hier - Stück für Stück - meine Insel Nordstrand näher bringen...
...so langsam Pö à Pö.

Wenn ein Tourist das erste mal auf die Insel Nordstrand fährt landet er oft automatisch an der Glotzstelle:



Und warum nenne ich die Stelle auf Nordstrand so abwertend "Glotzstelle"?

Ist eine Parkfläche am Holmer Siel. Wo man eine sagenhafte Aussicht über das Watt (bei auflaufender Tiede natürlich über das Wasser) zu den Halligen, der Insel Pellworm bis zum Horizont hat.

Wenn die Touristen vom Festland aus über den Straßendamm nach Nordstrand kommen, ist die Abzweigung Jebeweg der erste Hinweis auf Wasser, denn ein Schild weist die Badestelle Holmer Siel aus. Und da es bis zum Hafen Strucklahnungshörn noch recht viele Km quer über die Insel sind, biegen die meisten Touristen natürlich rechts ab und fahren erstmal die 3,7 km zum Holmer Siel, zum Wasser gucken.

Da stehen sie dann, wie an einer Perlenkette aufgereiht, in Reih und Glied und Glotzen was das Zeug hält. Was ich so blöd finde, dass die meisten Touris und Rentner gar nicht aussteigen und wie bekloppt in ihren Karren sitzen und einfach nur doof glotzen.

Dabei lässt es sich an der Wasserkante hervorragend spazieren gehen und die frische Seeluft genießen. Ich bringe dort unten Stunden zu und genieße einfach nur das Leben. Dort unten ist eine Betontreppe, die vom Gehweg ins Watt führt und auf dieser Betontreppe habe ich schon viele viele Stunden zugebracht, weil man der See (oder bei Ebbe dem Watt) nicht näher sein kann. Diese Treppe dort unten (ich zeige sie Euch vielleicht morgen) ist mein persönlicher Lieblingsort, zusammen mit dem Hafen Strucklahnungshörn, wo ich auch viel Zeit verbringen möchte.

Update vom 12.Oktober 2015:

Ich freue mich. Ich habe gestern das Video fertig gestellt, welches ich aus verschiedenen Zeitraffer- und Real-Video-Aufnahmen zusammengeschnitten und vertont habe.

Ihr könnt Euch das Video direkt vom Webserver ansehen oder es vorher herunter laden. Doch Achtung das Video ist 800 MB groß und daher dauert es natürlich eine Weile, bis Ihr es auf Euren Rechner geladen habt. Dafür ist es aber auch in einer durchaus ansehlichen Auflösung.

Es ist mein erstes Video, was ich am Mac zusammengeschustert habe. Es ist wirklich nur ein Amateur-Video. Ich werde bei meinem nächsten Video bestimmt Fehler nicht mehr machen, die ich in diesem Video gemacht habe.

Hier könnt Ihr es sehen:

www.nonpublic.de/pub/vid/008te.mp4

Ich würde mich natürlich sehr über Resonanz freuen UND ob es überhaupt funktioniert hat...

Ergänzung vom Januar 2018:

- Dieses Video ist von 2015, also von vor 3 Jahren.
- Die Tankstelle auf Nordstrand wurde doch nicht gebaut, weil die Nachbarn sich nicht grün waren.
- Unser Lieblingsort "Old Morsum" gibt es auch nicht mehr, wurde verkauft. In wie fern es nun noch unserer Lieblingsort sein kann, wird sich im Laufe der kommenden Jahre zeigen.
- Was WICHTIG ist: Es ist VERBOTEN dieses Video irgendwo in andere Netzwerke oder innerhalb der "Sozialen Medien" zu verlinken!!! Es ist MEIN PRIVATVIDEO und liegt auf meinem privaten Server!!!

Tschüß

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